FC
Bayern AG – HSV e.V. am 04.03.2006
oder
ein harter Törn
Diese
Augenblicke nach dem Abpfiff werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Am stärksten
wird mir dieses ungläubige, etwas entrückte Grinsen in Erinnerung bleiben, daß
nach Abpfiff auf dem Gesicht eines jeden HSVer zu sehen war. So richtig hatten
wir es alle noch nicht geheckt. Und das war passiert:
Kurz
vor Schluss in der 89. Spielminute trat Mehdi einen Freistoss von der rechten
Seitenauslinie bis kurz vor den Fünfmeterraum. Dort sprang De Jong in die Höhe
und netzte per Kopfball ein, als wenn es das Normalste auf der Welt wäre. Kahn
konnte gar nicht verstehen was los war und der HSV gewann leistungsgerecht mit
2:1! Endlich!! Dabei hatte der Knaller von Mehmet Scholl kurz zuvor wieder
dieses altbekannte Gefühl in uns aufleben lassen: Der HSV hat schön gespielt
aber die Duselbayern behalten die Punkte zu Hause. Nicht so dieses Mal! Der
Fluch des Olympiastiadion hatte keine Wirkung mehr. Hätten Sie ihr neues
Stadion doch nur schon früher gebaut.
Dabei
stand dieses Auswärtsspiel unter keinem guten Stern. Van Buyten und Wicky
gesperrt, Lauth und Takahara haben das Tore schiessen verlernt und bevor wir
Freitag Nacht überhaupt losfahren konnten, mussten wir in Harburg zwei und ´ne
halbe Stunde auf den Sonderzug warten. Und das bei gefühlten -20° Celsius!
Angeblich war keine Lok vorhanden, ich aber vermute das ein missgünstiger
Bayern-Fan, der am Stellwerk in Maschen beschäftigt ist, uns die Fahrt
vermiesen wollte. Olli und Toffer hatten sich glücklicherweise spontan bereit
erklärt unsere Bierreserven in Klein-Istanbul aufzufüllen. So war die
Wartezeit halbwegs erträglich. Sei es drum. So etwas konnte uns nicht
schrecken. Nur der HSV! Und um viertel vor drei am Samstag Morgen ging es dann
auch endlich auf die Reise.
Zu
diesem Zeitpunkt hatten wir bereits einen Ausfall zu verzeichnen. Timo hat
irgendwie den Sonderzug nach München mit der S-Bahn nach Hause verwechselt. Mir
völlig schleierhaft wie so etwas passieren kann, aber das wird wohl verstehen
wer Bayern-Fan ist wie er selbst.
Uns
war es egal. Das Bier schmeckte auch ohne ihn und mit Gefühl schütteten wir
uns zu, schubidu. Im Diskowagen tranken wir ein bis 24 Gedächtnispils auf
unseren Auswärtskönig, der leider krankheitsbedingt absagen musste. An dieser
Stelle sei erwähnt das Toffer ihn gut vertreten hat.
Zehn
Stunden hin und neun Stunden zurück war natürlich ein harter Törn doch ich
habe keinen getroffen, der es bereut hat dort gewesen zu sein. Ehrensache das
wir nächste Saison wieder dabei sind...
Übrigens,
an diesem Tag brachen gleich zwei Serien. Nicht nur das der HSV die Bayern im
eigenen Stadion das erste Mal seit 24 Jahren wieder bezwingen konnte. Es gelang
dem HSV auch nach 20 Jahren das erste Mal ein Spiel zu gewinnen, nachdem ein
Offizieller des Vereins zum Aktuellen Sportstudio eingeladen wurde.
Im
Namen von Nabbi, Heiko, Olli, Carsten, Jörn und Toffer
Wir
sind schlau, wir sind Fans vom HSV!!!
Für
Ballbesitz
Hank