Auswaerts in Gladbach am 27.11.2004
Diesem Datum haben wir alle entgegen gefiebert. Endlich wieder mal eine Auswaertsfahrt im grossen Stil! Hoellenhaeuptling „Silberlocke“ Olaf vom Fanclub „Hoelle Nord“ hatte eine Busfahrt organisiert der sich von unserer Seite Sascha, Schnecke, Carsten, Platte, Lenni, Jan und ich angeschlossen haben. Als Special Guest ist auch Willi diesmal mitgefahren. Seines Zeichens Rostock Fan wollte er wohl mal wieder eine erfolgreiche Mannschaft in Aktion sehen. Wie sich heraustellen sollte ein guter Entschluss zum HSV zu reisen.
Aber der Reihe nach. Besonders Carsten hat sich schon die ganze Woche auf dieses Ereignis gefreut. Die vergangen Auswaertsspiele liessen uns alle guter Hoffnung sein und um neun Uhr standen wir gewaschen und gestriegelt zur Abfahrt an der Raststelle Harbuger Berge bereit. Der eine mit mehr, der andere mit weniger guten Leberwerten (warum ich an dieser Stelle der Familiennamen Plath nenne, ueberlasse ich der Fantasie des unvoreingenommenen LesersJ).
Der Bus fuhr puenktlich vor und mit insgesamt ca. 40 Personen an Bord ging die Reise los. Gleich zu Anfang erging die Bitte des Busfahrers besonders an die maennlichen Passagiere doch die an Bord befindliche Toilette nur im Sitzen zu benutzen. Scheinbar blieb diese Bitte ungehört, denn jedes Mal, wenn sich die Tür öffnete, zog eine übel riechende Duftwolke durch den Bus. Carsten kehrte von jedem Toiletten Gang voellig traumatisiert zurueck und berichtete von dem was er dort sah... Schoen war das nicht und darum wollen wir zu diesem Thema lieber schweigen! Im Übrigen war die Stimmung ausgezeichnet, dank eines grossen Vorrates an alkoholischen Getraenken und der stark schwarz-weiss-blau gefaerbten musikalischen Untermalung. An jedem Rastplatz wurde lautstark kundgetan für welchen Verein wir unterwegs waren, jedoch liessen sich die dort anwesenden Reisenden nicht wirklich von unserer Stimmung anstecken. Wieso manche Menschen gegen den HSV Virus resistent sind werde ich nie verstehen...
Endlich in Gladbach angekommen kam es zu einer eher unfreiwilligen Sight Seeing Tour, denn aufgrund veralteter Software wurde der Busfahrer von seinem Navigationssystem direkt zum Boekelberg geleitet. Hier konnte noch einmal eine kurze Pause eingelegt werden und wie sich herausstellte, eignet sich die alte Stadionanlage hervoragend als öffentliches Pissoir (ein kleiner Denkanstoss an die verantwortlichen der Borussia falls noch keine Ideen für die weitere Verwendung vorhanden sind). Nun kam allerdings ein wenig Krisenstimmung auf, denn die Zeit bis zum Anpfiff wurde knapp und knapper. Die Zufahrtswege zum Stadion wurden voll und voller, und zu allem Überfluss wurde aufgrund falscher Beschilderung ein Umweg gefahren und weitere Zeit verplempert. Letztendlich waren wir dann mit fünf Minuten Verspätung im Stadion aber netterweise haben beide Mannschaften mit dem Tore schießen bis zu unserer Ankunft gewartet.
Der Vollständigkeit halber kann ich es Lenni leider nicht ersparen von einem Vorfall bei unserer Ankunft zu berichten. Sobald der Bus hielt, stürmte er die Hand vorm Mund nach draußen, um dort auf dem Grünstreifen eine schöne große Pizza hinzulegen. Ich glaube wir hätten keinen Meter fahren dürfen, sonst wäre das Malleur im Bus passiert, nicht war Lennart? Und war da am Morgen nicht schon einmal ein ähnlicher Vorfall? Egal, Schwund ist überall und nach einmal Mund abputzen ging es ab ins Stadion.
Die neue Spielstätte der Gladbacher Fohlen machte einen ganz netten Eindruck, kann aber selbstverständlich unserem „Wohnzimmer“ im Volkspark nicht das Wasser reichen.
Das Spiel selbst war einmal mehr eine hervorragende Leistung unserer Mannschaft!! Kurz vorm Pausentee fielen die verdienten Führungstreffer durch Sergej Barbarez (40) und Stefan Beinlich (43). 35 Sekunden nach dem Seitenwechsel konnte die Borussia jedoch den Anschlusstreffer erzielen und ab der 54. Minute spielte der HSV auch nur noch mit zehn Mann. Khalid Boulahrouz flog nicht ganz unschuldig mit gelb-rot vom Platz. Die restliche Spielzeit war nichts für schwache Nerven da Gladbach trotz toller Abwehr und guten Kontern noch zu einigen Torchancen kam. Doch in der 84. Minute konnte abermals Sergej Barbarez einen fälligen Elfer verwandeln und der 1:3 Auswärtssieg war perfekt!
Die Rückfahrt gestaltete sich wegen einer Vollsperrung auf der Autobahn etwas langwierig aber das konnte unsere gute Stimmung nicht drücken. Ansonsten passierte nicht mehr viel. Müde aber glücklich und satt vom Sieg verließen wir um halb eins nachts wieder den Bus beim uns altbekannten Rastplatz Harburger Berge. Wir wünschten unseren Freuden von Hölle Nord noch eine gute Weiterfahrt bis zu ihrer Endstation im hohen Norden und dann nichts wie ab nach Hause in dem frohen Wissen das dort schon die Karte fürs nächste Auswärtsspiel lag...
Für Ballbesitz
Hank